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„Biu“-Store – ein Konzept für die Zukunft?

Habt Ihr schon einmal vom „Biu“-Store gehört? Es handelt sich dabei um das Konzept eines automatisierten Ladens, der sozusagen komplett unbemannt ist. Das Ganze ist durchaus mit Amazons Go-Store vergleichbar, der ja ebenfalls vor kurzem in Seattle eröffnet wurde. Das hinter dem „Biu“-Store-Konzept stehende Unternehmen, der chinesische Handelsriese Suning, hat insgesamt bereits fünf Shops in China eröffnet, die bargeld- und „kassiererlos“ funktionieren und sich beim chinesischen Publikum scheinbar großer Beliebtheit erfreuen. Vor kurzem wurde das Konzept nun auch der Weltöffentlichkeit präsentiert und zwar auf der CES 2018, die vom 9. bis zum 12. Januar in Las Vegas stattfand.

Wie funktioniert der „Biu“-Store?

Im Detail können wir hier natürlich nicht erklären, wie der „Biu“-Store funktioniert, aber zumindest können wir die wichtigsten Aspekte der Funktionsweise erläutern. Die zentralen drei Aspekte und Stichworte des Konzepts: Big Data, Gesichtserkennung und RFID (Radiofrequenz-Identifikation). Die Gesichtserkennung, die mit einer Kameraüberwachung verbunden ist, gewährt dem Käufer überhaupt erst Zutritt zu den Stores. Unregistrierte Nutzer, deren Bankkarte nicht mit der App des Unternehmens verknüpft ist, bleiben vor verschlossenen Türen stehen. Dank eines ausgefeilten RFID-Systems ist im Shop keine besetzte Kasse vonnöten. Kunden nehmen einfach die Produkte aus dem Regal, für die sie sich alleine oder mit Unterstützung eines auf Big Data basierenden Empfehlungssystems entschieden haben, und können dann den Store verlassen. Dabei passieren sie die elektronische Kasse, die die mitgenommenen Einkäufe registriert.

Zukunftsmusik oder doch eher ein Nischenkonzept?

Fraglos ist ein solches Konzept einer Kombination aus Online- und Offline-Einkauf brandaktuell. Doch handelt es sich beim „Biu“-Store um eine Idee, die auch in Deutschland Fuß fassen könnte? In Bezug auf die verkürzte Zeit, die man für einen Einkauf benötigen würde, würden sicherlich viele Menschen eine solche Einkaufsmöglichkeit begrüßen. Doch es ist eben auch so, dass eine Vielzahl personenbezogener Daten erhoben werden müsste, bevor man einen solchen Store nutzen könnte. Fraglich, ob dies bei unserer jetzigen und zukünftigen datenschutzrechtlichen Situation problemlos möglich wäre … Man darf gespannt sein – und gerade der Einzelhandel sollte die Entwicklungen in diesem Bereich sehr aufmerksam beobachten! Vielleicht wird nicht alles komplett umgesetzt werden, aber dass dieses Konzept zumindest in Teilen absolut zukunftsweisend ist, dürfte außer Frage stehen.